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DOKUMENTE Zeitschrift
für den deutsch-französischen Dialog: Heft 3/2004 ist erschienen.
Präsenz in Osteuropa
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Dokumente Heft 6/2004 | 60. Jahrgang
Zeitschrift für den deutsch-französischen Dialog
MEDARD RITZENHOFEN Unkalkulierbare Risiken
Showdown ChiracSarkozy, Schlingerkurs in der Elfenbeinküste
und Türkeifrage
ULRIKE GUÉROT Europa und die Türkei Mehr als eine Vernunftehe?
Als im Dezember 1999 der Türkei der Kandidatenstatus zugesprochen
wurde, war das der (geräuschlose)
Abschied vom alten Europa. Der Beitritt der Türkei stellt eine schwierige,
aber doch lösbare
Mammutaufgabe dar, die Europa angehen muss, um auf dem Weg einer europäischen
Geostrategie
voranzukommen. Nur mit der Türkei wird die EU zu einem globalen Akteur,
der Stabilität in
den Schwarzmeer-Raum, in den Kaukasus und in den Nahen und Mittleren Osten
exportieren kann.
SYLVIE GOULARD Wider eine Union large & light Was bedeutet
der Beitritt der Türkei für Europa?
Politiker wie Joschka Fischer oder Jacques Chirac optieren für einen
Beitritt der Türkei, weil sie auf eine
geostrategische Ausrichtung Europas fixiert sind und eine politische Union
mit den zehn neuen Mitgliedstaaten ohnehin nicht mehr erwarten. Sie führen
unter anderem das ebenso erpresserische wie
ungerechtfertigte Argument ins Feld, dass nach den Annäherungen der
Vergangenheit jetzt nur
der Beitritt folgen könne. So betreibt man eine Politik der vollendeten
Tatsachen und sorgt zugleich
dafür, dass Volkes Meinung keine Rolle spielen kann. Ein Beitritt
der Türkei bringt für Europa eher
weniger als mehr Sicherheit. Stattdessen wird sie die Auszehrung vieler
Gemeinschaftspolitiken fördern
und den schon beobachtbaren Entsolidarisierungsprozess beschleunigen.
SILKE STAMMER Die Türkeifrage Dokumentation zur aktuellen französischen
Diskussion
PERVENCHE BERÈS Das Nein der Hoffnung
Warum die französischen Sozialisten die EU-Verfassung ablehnen
Die Änderungen am Verfassungsentwurf des Konvents durch die Regierungskonferenz
laufen auf
eine Zurücknahme integrationspolitischer Fortschritte hinaus und
sind deshalb nicht akzeptabel.
Im Einzelnen geht es um Rückschritte bei den Bestimmungen zur qualifizierten
Mehrheit, zu Einstimmigkeitsregeln, zur verstärkten Zusammenarbeit
oder zu den Kompetenzen von Kommission
und Parlament. Schließlich ist insbesondere die Sozialpolitik zu
kurz gekommen. Ein französisches
Nein beim Verfassungsreferendum könnte die Wiederaufnahme der Verhandlungen
erzwingen.
DOSSIER KANDIDAT TÜRKEI
KOMMENTAR
EDITORIAL
ALFRED FRISCH Der lange Weg zur Europäischen Verfassung - Historischer
Rückblick gegen die Europaskepsis
Angesichts gewachsener Europaskepsis ist ein Rückblick in die Geschichte
des europäischen Integrationsprozesses insofern ermutigend, als er
zeigt, wie zwar die besonders optimistischen Erwartungen stets enttäuscht,
aber die Pessimisten keineswegs bestätigt worden sind. Es hat sich
immer
wieder bewahrheitet, dass die europäischen Ziele nur mit realistisch
bedingter Geduld zu erreichen
sind. Heute gibt es kein Zurück hinter die erreichten Gemeinsamkeiten,
aber für ein supranationales
Europe puissance dürfte, realistisch betrachtet, die
Zeit noch nicht gekommen sein.
JOHANNES THOMAS Spektrum Politik: Die exception française
/ Achse ParisPeking / Ein Élysée-Vertrag mit Algerien
MEDARD RITZENHOFEN Zisterziensischer Sprachzauberer -Zum Tod des Philosophen
Jacques Derrida
Jacques Derrida, der den Ruf Jean-Paul Sartres als bekanntester französischer
Denker übernommen
hatte, ist am 9. Oktober mit 74 Jahren in Paris gestorben. Der aus Algerien
stammende Philosoph
begründete den Dekonstruktivismus, ein Verfahren zur Zersetzung aller
Absolutheitsansprüche,
das sich in seiner sprachzersetzenden Lektüretechnik ausdrückt.
In den letzten Jahren ist er zunehmend
als politisch engagierter Intellektueller, mehrmals gemeinsam mit Jürgen
Habermas, in Erscheinung
getreten.
RUDOLF HERRMANNNachruf auf François Bourel
SUZANNE KRAUSE Mit einem guten Tropfen gegen die Weinkrise
Serge Tchekhov macht im Bordelais die Weine, die er mag. Auch Serge Tchekhov,
der vor drei Jahren ein Weingut im Bordelais übernahm, bekommt die
Auswirkungen der Krise auf dem französischen Weinmarkt zu spüren.
Die Weinlese 2004 erbrachte in Frankreich zwar eine Rekordmenge, doch
der Absatz geht seit drei Jahren zurück. Das Anbaugebiet der Côtes
de Castillon ist allerdings im Kommen, und Tchekhov setzt wie benachbarte
Winzer, die sich hier neu angesiedelt haben, auf Qualitätsweine.
RUDOLF HERRMANN Sehnsucht nach der starken Hand?
Die Kommission Thélot hat ihren Bericht zur Reform des Schulwesens
vorgelegt
ESSAY
GESELLSCHAFT
POLITIK
Dokumente 6/2004 4
SIEGFRIED FORSTER Kultur-Spektrum Frankreich
SILKE STAMMER Kulturvorschau frankreichbezogener Veranstaltungen Deutschland
62 Prix Goncourt, Prix Renaudot, Prix Femina
MEDARD RITZENHOFEN Napoléon-Fieber und Konjunktur für den
Zeitroman
STEFAN TIGGES Neue Wege nach der Katastrophe
Das 58. Festival dAvignon mit deutschem Schwerpunkt
VERA ELISABETH GERLING Wie Jean Rouaud deutsch und Birgit Vanderbeke französisch
schreiben...
Deutsch-französische Arbeitstreffen für Nachwuchsübersetzer
CLEMENS KLÜNEMANN Die Zivilisation in Zeiten des Krieges
Erinnerung an die Debatte Romain Rolland Thomas Mann
MARITA HÄP-PURSCHE Weihnachten in der französischen Provinz
JOHANNES THOMAS Deutsch-Französisches Institut (Hg.): Frankreich-Jahrbuch
2002 / Frankreich-Jahrbuch 2003
CHRISTOPH I. BARMEYER Daniel Goeudevert:Wie Gott in Deutschland. Eine
Liebeserklärung
CORNELIA FRENKEL Frankreichs historischer Philosemitismus eine
Sammelrezension
97 Bernard du Boucheron:
SUSANNE NIES Court Serpent
99 4. Deutsch-Französischer Ministerrat, Berlin, 26. Oktober 2004
107 September / Oktober 2004 DGAP
Beihefter: Bulletin der VDFG/FAFA actuel 6/2004
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